Stuttgart
Was ist typisch für Stuttgart? - Autos: Mercedes und Porsche - und Wein. Das sind sicherlich die häufigsten Antworten auf diese Frage. Und das stimmt natürlich. Stuttgart ist Autostadt und Weinstadt. Bei etwas längerem Nachdenken ergänzt der ein oder andere bestimmt noch die vielen Grünflächen. Nicht umsonst heißt ein Werbespruch für Stuttgart: "Großstadt zwischen Wald und Reben". Aus vielleicht eigener (leidvoller?) Erfahrung mag mancher gern noch hinzufügen: die "Stäffele"! Die Lage im Kessel macht sie nötig - zahlreiche Treppen, eben "Stäffele", verkürzen die Wege hinauf und hinunter für die Fußgänger.
Auch wenn Stuttgart nicht direkt am Wasser liegt - "auf" dem Wasser liegt es sehr wohl! Die Stadt verfügt nach Budapest über das größten Mineralwasservorkommen Europas - Zeugnis davon liefern auch die weit über 250 Brunnen im Stadtgebiet.
Entdecken Sie auf diesen Seiten, was die Stadt ausmacht - eben typisch Stuttgart!
Schon der Literat Eduard Mörike hatte Stuttgart in sein Herz geschlossen und schwärmt 1853 in seinem "Stuttgarter Hutzelmännlein" von schönen alten Häusern und ihren Erkern, "die auf den Ecken gar heiter wie Türmlein stehn". Und auch heute ist Stuttgart trotz Bombenangriffen und starker Zerstörung im zweiten Weltkrieg voller architektonischer Schmuckstücke. Die "Großstadt zwischen Wald und Reben", wie es einst in einem Werbeslogan hieß, ist in der Tat sehens- und erlebenswert.
Stuttgart sei der Name, den die Schwaben dem Paradies auf Erden gegeben haben. So schreibt 1519 der Humanist Ulrich von Hutten. Ob das an den Weinbergen, den vielen Parks und Waldgebieten liegen mag? Oder vielleicht an dem südländischen Flair vieler Plätze und Viertel? Es gilt, das Geheimnis zu lüften und "der Schwaben Paradies" zu erkunden.
Stuttgart hat klein angefangen: Herzog Liudolf von Schwaben soll laut Überlieferung 950 nach Christi ein Gestüt ("Stuotgarten") in einer Talerweiterung des Nesenbachs angelegt haben. Die sich daraufhin entwickelnde Siedlung stand Jahrhunderte lang im Schatten von Cannstatt, Platz des größten und wichtigsten Römerkastells im mittleren Neckarraum.
Zeittafel:
In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhoben die Markgrafen von Baden, westliche Konkurrenten der Württemberger Grafen und späteren Herzöge, Stuttgart zur Stadt.
Im 14. Jahrhundert zählte Stuttgart zur Grafschaft Württemberg und wurde zu deren Zentrum ausgebaut.
1495 - 1803 war Stuttgart überwiegend Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Württemberg,
1803 - 1805 Haupt- und Residenzstadt des Kurfürstentums Württemberg,
1806 - 1918 Haupt- und Residenzstadt des Königreichs Württemberg,
1918 - 1945 Landeshauptstadt von Württemberg,
1945 - 1952 Hauptstadt von Württemberg-Baden
und seit 1952 Regierungssitz des neuen Landes Baden-Württemberg.
Trotz schwerer Zerstörungen insbesondere während des zweiten Weltkriegs ist die Geschichte der Stadt auch im modernen Stuttgart deutlich ablesbar. Architektonisch bedeutende Zeugen sind der Schillerplatz mit dem Alten Schloss als Renaissance-Ensemble, das barocke Neue Schloss als Residenz der Herzöge und späteren Könige von Württemberg sowie klassizistische Gebäude wie der Königsbau.